Allgemein / Hotel
Wer keine großen Ansprüche an seine Unterkunft stellt und diese mehr oder weniger nur als preiswerte Übernachtungsmöglichkeit betrachtet, weil er wie wir am Tage immer auf Achse ist und erst spät abends heimkehrt, wer einen beschaulichen Urlaubsort einer hektischen Touristenhochburg vorzieht, der ist mit diesem Haus an diesem Ort ganz gut bedient und sollte ruhig weiterlesen. Allen anderen empfehlen wir, sich lieber nach einem anderen Hotel umsehen. Das Charian Hotel ist ein kleines, familienbetriebenes 2-Sterne-Hotel, daß bei zwei Reiseveranstaltern im Programm ist.
Lage
Marsascala mit seinen ca. 3800 Einwohnern liegt im Südosten der Insel an einer gleichnamigen schmalen Bucht und hat sich in den letzten Jahren zum größten Ferienzentrum der Region entwickelt, hat dabei aber noch seinen eigenen Charme bewahrt und ist nicht zu einer anonymen Touristenhochburg verkommen, z.B. gibt?s hier (noch) keine Hotelburgen. Die Transferzeit vom Flughafen zum Hotel beträgt ca. eine knappe ½ Stunde. Es liegt ziemlich zentral an der Südseite der Bucht, direkt an der palmenbesäumten Uferpromenande, nur durch eine wenig befahrene Straße getrennt. Entlang der Uferpromenade, die zum Bummeln einlädt, gibt es etliche Restaurants und Fastfood-Läden. Auf der dem Hotel gegenüberliegenden Seite der Bucht gibt?s auch einen Andenkenladen. Oberhalb des Hotels an der Hauptstraße Triq il-Qualiet (ca. 7 Min.) gibt?s einen Supermarkt, in dem man Getränke, Lebensmittel und frisches Obst einkaufen kann. Außerdem hat dieser Markt eine eigene Schlachterei und somit frische Wurst und nebenbei frischen Käse. Nahe dem Kinocenter in der Triq tal-Gardiel gibt es 2 kleine Discotheken, die nur an Wochenenden geöffnet haben und in denen man ab 30 Jahren schon zu den Grufties zählt. Geld wechseln kann man in der Filiale der BOV (Bank of Valetta), nahe der St. Anne?s Parish Church. Großartiges Nachtleben hat dieser Ort also nicht zu bieten und ist somit eher jenen Urlaubern zu empfehlen, die einen beschaulichen Abendbummel einer durchtanzten Nacht vorziehen. Strand gibt?s hier keinen, man kann nur über Felsplateaus ins Wasser steigen. Bessere Bademöglichkeiten bietet die nahegelegene St. Thomas Bay, die sogar einen kleinen Sandstrand aufweist. Aber wer nach Malta fliegt, um einen Badeurlaub zu verbringen, hat sich eigentlich die falsche Insel ausgesucht; traumhafte Sandstrände sucht man hier nämlich vergebens, dafür gibt?s bessere Inseln! Vor dem Hotel gibt?s zwar eine Bushaltestelle, die aber nicht oft angefahren wurde. Besser ist es, zur Bushaltestelle an der Spitze der Bucht zu gehen; hier mußten wir nie lange auf einen Bus warten.
Service
Das ausschließlich englischsprechende Personal war ausnahmslos freundlich, bemüht und hilfsbereit. Mit der Zimmerreinigung waren wir zufrieden; täglich gab?s jeweils ein frisches Handtuch pro Gast. Vorgetragene Beanstandungen wurden enstgenommen und weiterverfolgt, auch wenn das Resultat nicht immer befriedigend war.
Gastronomie
Da wir nur mit Frühstück gebucht hatten, können wir zum Abendessen leider nichts sagen. Zum Frühstück gab?s Milch sowie Müsli und Cornflakes, Toast, Butter und 2 Sorten Marmelade, dazu Tee oder Kaffee und Orangensaft, der die Konsistenz und den Geschmack eines Billigsaftes aus dem Aldi-Regal hatte, also nicht frisch gepresst. Wer?s englisch mochte, bekam auf Wunsch Eier (gekocht, gerührt oder als Spiegelei) mit Schinkenspeck, Bohnen und Würstchen, alles frisch zubereitet. Da wir nicht so auf englisches Frühstück standen, haben wir uns in einem nahegelegenen Supermarkt Wurst und Käse gekauft, um das Frühstück etwas abwechslungsreicher zu gestalten.
Sport / Wellness
Sport- und Freizeitangebote gab?s keine, haben wir aber bei einem Hotel dieser Kategorie auch nicht erwartet, da sich unsere Freizeitaktivitäten ausschließlich außerhalb des Hotels bewegten. Auf der Dachterasse konnte man sich allerdings von anstrengenden Ausflügen und Wanderungen auf einer der Liegen ausruhen und einen super Ausblick auf die Bucht und das Meer genießen.
Zimmer
Unser Zimmer (Nr. 214) war klein, rustikal, einfach und karg. Im Reisekatalog wird das meistens als ?zweckmäßig? bezeichnet. Es gab 2 nebeneinander stehende, ausreichend große Betten mit Nachtschrank, einen Kleiderschrank sowie eine kleine Kommode mit Spiegel im Zimmer. Die Betten waren in Kastenbauweise erstellt, sodaß man leider keinen Koffer oder Reisetasche darunterschieben konnte. Zusätzlich zur ungemütlichen Deckenbeleuchtung gab es an der Wand über den Betten 2 Wandlampen, von denen aber leider nur noch eine funktionierte, weil bei der Anderen die Lampenfassung beschädigt war. Beschreibung des Balkons siehe unter 1. Das Bad, na ja. Wirklich winzig und extrem ?zweckmäßig?. Aber auch hier war alles nach südländischen Maßstäben sauber und zum Duschen, Zähneputzen und ..... hat?s ausgereicht. Sicherlich nur eine Momentaufnahme war der nicht einwandfrei funktionierende Spülkasten im Bad sowie die stark durchgelegene Matratze in einem der Betten.
Preis Leistung / Fazit
Malta bietet aufgrund seiner Geschichte eine Menge sehenswerter kultureller Plätze und Veranstaltungen. Zur Einstimmung empfehlen wir den Besuch von ?The Malta Experience? in der Hauptstadt Valetta, einer sehenswerten audio-visuellen Show in Multivisionstechnik, in der die Geschichte Maltas in ca. 45 Min dargeboten wird. Ein Muß ist auch ein Besuch der ehemaligen Hauptstadt Mdina. Sonntags bietet sich eine Wanderung von Marsascala zum (Fisch)Markt nach Marsaxlokk an, der dort direkt an der Uferpromenade abgehalten wird. Spaß macht auch eine Jeepsafari auf der Nachbarinsel Gozo, die von mehreren Veranstaltern angeboten wird. Soweit eine kleine Auswahl; alle lohnenswerten Ausflugsziele und Unternehmungen hier zu beschreiben, würde den Rahmen dieser Rubrik sprengen. Aufgefallen ist uns, daß die Eintrittspreise für viele auf der Insel angebotenen Sehenswürdigkeiten völlig überteuert sind und in krassem Mißverhältnis zu den erbrachten Leistungen stehen. Beispielhaft seien hier die Tempel von Hagar Quim genannt, deren Besuch umgerechnet ca. 7,50 EUR / Person gekostet hat. Auch auf die Gefahr hin, hier als Kulturbanause abgestempelt zu werden: Interessant ist diese Ansammlung von Geröll, Steinen und Felsen u.E. nur für (Hobbie)Archäologen und der Besuch sein Geld nicht wert, zumal die aufgestellten Hinweistafeln nur in englischer Sprache auf das zu sehende Bezug nehmen. Wer wie wir die englische Sprache nicht halbwegs perfekt beherrscht, hat hier ganz klar das nachsehen. Malta besitzt ein beispielhaftes Netz an Busverbindungen, sodaß man (fast) überall mit dem Bus hinkommt und man auf das Ausleihen eines Mietwagens getrost verzichten kann. Eine interessante, nicht kommerzielle deutschsprachige Seite über Malta mit Karten, Plänen und Fotos finden Sie hier: www.malta4you.ch