Allgemein / Hotel
Einfache, sehr ordentlich gepflegte Anlage, ideal für Individualisten und Selbstversorger und weniger für Familien. Die sechs Appartements ? bestehend aus zwei sehr kleinen Räumen plus Bad und Balkon ? sind puritanisch und nur mit dem Notwendigsten ausgestattet. Das genügt völlig, wenn man nicht mehr als nur eine Bleibe sucht, die den Ausgangspunkt für Entdeckungen bildet.
Betrieben wird das Objekt von einem älteren freundlichen Ehepaar, das Griechisch und ein wenig Englisch spricht. Die beiden sind sehr umsichtig und zurückhaltend, sorgen aber täglich unauffällig für Sauberkeit und Ordnung in den Appartements. Wer also im Urlaub Ruhe haben und weder in ein Programm des Reiseveranstalters eingebunden noch fortgesetzt gefragt werden möchte, ob es einem auch gefalle, ist hier gut aufgehoben.
Lage
Die Anlage befindet sich außerhalb des Ortes zwischen poolbestückten Hotels und Bungalows. (Bei der Anreise mit Mietwagen: Von der Hauptzufahrt nach Matala links auf die abfallende Straße abbiegen, das dritte Objekt auf der rechten Seite nach ca. 500 Metern ist es.)
Wenn in der Nachbarschaft nicht gerade ein Folklore-Programm läuft, was offenkundig zu manchen All-inclusive-Angeboten gehört, ist es erstaunlich ruhig im Tal, das nach Matala führt.
Der Strand von Komos (mit FKK-Teil) ist mit dem Auto in fünf Minuten erreichbar, Geschäfte liegen am Wege, in Moires (ca. 15 Minuten per PKW) gibt es sogar Lidl, und bis zum Flugplatz in Heraklion braucht man etwa eine Stunde. Gerüchte über fehlende Kleinwagen bei den Mietwagen sind auch solche: Es gibt sie überall in ausreichender Menge. Ideal ist es, bereits in Deutschland zusammen mit der Reise ein Fahrzeug zu mieten. Von Zweiradfahrzeugen ist abzuraten: Das Risiko, auf die Nase zu fallen, ist erheblich größer als eine Beule am Auto zu bekommen. Im übrigen: Kreta ohne Auto ist ein verschenkter Urlaub.
Service
Unauffällig, aber effektiv. Freundlich und unaufdringlich. Die guten Geister im Hintergrund. Nachteilig einzig die Sprachbarriere: Es geht mit ein wenig Englisch.
Gastronomie
In der Anlage gibt es keine Gastronomie. Und das ist auch gut so. Dadurch lernt man die unzähligen Bars und Restaurants in der Umgebung kennen.
Sport / Wellness
Kein Pool, kein Tennis, keine Disko etc. Und das ist auch gut so.
Zimmer
Die beiden Räume sind winzig, vielleicht acht Quadratmeter, der Balkon und das Bad ausreichend.
Es gibt keinen Fernseher, kein Radio, in der Küche eine Spüle, einen E-Herd mit zwei Platten und einen Kühlschrank. Kaffee türkisch. Im Küchenabteil steht noch ein drittes Bett. Die Betten sind schmal und vergleichsweise hart und für Flitterwochen wenig geeignet.
Aber wer keine übertriebenen Ansprüche hat, kommt damit klar.
Preis Leistung / Fazit
Wer nur ein Dach überm Kopf benötigt, mobil ist und das Ferienquartier als Ausgangspunkt für die Entdeckung der Insel nimmt, ist hier bestens aufgehoben. Mit Tagesausflügen kommt man in jeden Winkel der Insel. Den 4000 Jahren Geschichte unter den Füßen stehen allerdings im Sommer 40 Grad auf dem Kopf entgegen.
Ärgerlich ist das mangelnde Umweltbewusstsein. Die Insel beginnt langsam im Müll zu ersticken, was nicht nur den Touristen anzulasten ist. Wenn hier nicht in den nächsten Jahren etwas passiert, wird der Tourismus noch mehr zurückgehen, als bislang beklagt. Die Einbrüche 2009 sind fast doppelt so hoch wie in den anderen Mittelmeer-Anrainerstaaten.
Generell aber sollten Urlauber auf Kreta bedenken: Erstens ist es auf der Insel im Sommer extrem heiß ? die angenehmste Zeit des Tages ist nach Sonnenaufgang und bis 9 Uhr und wieder nach 19 Uhr (oder im Auo mit Klimanlage); zweitens (Segen und Fluch zugleich) weht im Süden tagsüber meist ein sehr scharfer Wind, was sich insbesondere an den Badestränden als schmirgelnder Sandsturm bemerkbar machen kann, drittens schließlich sollte man unbedingt einen Mietwagen nehmen, um individuell die Insel entdecken zu können; viertens darf man sich nicht wundern, wenn am Abend die Augen tränen ? das kommt vom Ozon; und fünftens schließlich ist es gewöhnungsbedürftig, auf den Toiletten das benutzte Papier nicht hinter sich, sondern in ein separates Behältnis zu versenken.
Für Internet-User (via Surfstick) ist Matala wenig geeignet ? die ziemlich schwachen UMTS-Signale sorgen für eine höchst instabile Verbindung: In der Regel muss man ein Dutzend Versuche starten, um eine einfache Email abzusetzen. Im Ort gibt es aber ein stark frequentiertes Internet-Café.