Allgemein / Hotel
Großes, altes Palais, 2.Hälfte des 19. Jh.s erbaut. An sich sehr schön. 3 Stockwerke, vier FeWos in der Mansarde, Selbstversorgung. Nicht behindertengerecht, keine Rampen, keine Aufzüge. Wie das ganz aus Holz bestehende Treppenhaus gegen Feuer geschützt ist, ist das Geheimnis der Besitzer. Fluchtpläne sind nicht ausgehängt.- Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die Holztreppen lange nicht geölt oder gewachst wurden. In den Fenstern des Treppenhauses vor sich hin kümmernde Pflanzen. Billige Korbsessel auf den Treppenabsätzen bilden in diesem tatsächlich einst 'prinzlichen' Palais einen Stilbruch.
Im oberen Teil des Treppenhauses und insbesondere im Vorflur der Wohnungen 1 und 2 stinkt es.
Lage
Das Hotel liegt an sich schön am Hang im Grünen über dem Ort. Das zum Haus führende Sträßchen befindet sich in katastrophalem Zustand. Zu Fuß sind es 5 - 10 Minuten bis in den Ortskern von Meiningen.
Service
In einem Haus dieser Art mit Ferienwohnungen benötigt man zunächst nicht viel Service.
Das Personal im Büro geschäftsmäßig korrekt und freundlich; aber schon die Frage nach mehr Kleiderbügeln (s.o.) führte zu Problemen. Ob wir gedächten, für immer im Haus zu wohnen oder: 'So viele brauche ich ja noch nicht mal!'
Befremdlich war die 'Vorauskasse'. Es scheint in erster Linie ums Geld zu gehen.
Gastronomie
Das Haus besitzt kein Restaurant, weil sich die Bewohner der FeWos selbst versorgen.
Sport / Wellness
Es finden alle möglichen Events im Hause statt. Genaueres in der Internet-Präsentation des Hauses.
Zimmer
Unsere Ferienwohnung war schlicht eingerichtet. Eine schlecht beleuchtete Miniküche, Toaster, Kaffemaschine und Wasserkocher vorhanden. Zwei-Flammen-Herd. Ein einziges Geschirrtuch für eine Woche. Neben dem Spülbecken kein Ablaufbrett. Stattdessen ein Besteckkasten aus Plastik, um das nasse Geschirr aublaufen zu lassen. Zwei kleine Tischchen und preiswerte Stühle machen den 'Charme' der Wohnung aus.
Über eine Leiter ist ein Dachboden zu erreichen; dort liegen als sogen. Aufbettung zwei Matratzen auf dem Fußboden. Der Dachboden selber ist nicht zu beheizen.
Die hoch angebrachten, schrägen Dachfenster der FeWo verhindern, dass man die Aussicht wirklich genießen kann.
Die Tagesdecke auf dem Bett hatte ein mächtiges Loch. Kein Wechsel der Bettwäsche und Handtücher innerhalb einer Woche
Statt zweier Sessel gab es zwei gepolsterte Stühle mit Armlehnen. Der Schreibtisch ist kaum zu benutzen, da auf oder über ihm eine Lampe fehlt.
Im Schrank ganze vier Kleiderbügel für zwei Personen. Kein Telefon, kein Internet.
Das Bad war noch das Beste an der Wohnung, ein Fön fehlte freilich.
Hellhörig. Unangenehm die bei jedem Schritt knarrenden, wiewohl neuen Dielen.
Wie man diese FeWo als 'Luxuswohnung' (= Prospekt) bezeichnen kann, bleibt unverständlich. Wir haben - auch in den östlichen Bundesländern - für erheblich weniger Geld entschieden komfortabler gewohnt.
Preis Leistung / Fazit
Es gibt in Meiningen alle möglichen Hotels und gute Restaurants, von denen ein Teil auch dem Besitzer des 'Prinzenpalais' gehört. Mit allen möglichen Rabatten versucht er seine Gäste im Haus in seine Resaurants zu schleusen.
Man kann im Thüringer Wald sehr gut wandern (z.B. auf dem Rennsteig), viele Orte lohnen einen Besuch. Meiningen selbst hat nette Museen, in denen man etwas über die 'Glanzzeit' der Stadt (Meininger Theater und Hofkapelle) erfährt.