Allgemein / Hotel
Altmodisch, abgelegen, in Ordnung für eine Woche, aber nicht empfehlenswert für das Geld.
Lage
Wir buchten mit der Aussage, dass wir keinen reinen Partyurlaub machen möchten. Von jwd war allerdings keine Rede, daher war es für uns tatsächlich ernüchternd festzustellen, dass die Versprechungen vom Reisebüro falsch waren. Vom Hotel ist man in ein paar Minuten in Portinatx, doch zu bieten hat dieser Ort nicht sehr viel. Es gibt ein paar Restaurants, etliche Souvenirshops und einen Supermarkt. Im Großen und Ganzen wars das auch schon. Geboten ist hier leider nicht sehr viel (abgesehen vom "Hippiemarkt", der aus gefühlten 5 Ständen besteht und jeden Sonntag stattfindet).
Das Hotel hat einen eigenen (Mini)-Strand und in der Stadt selbst erreicht man ebenfalls noch zwei Strände, die jedoch von den Nachbarhotels natürlich auch genutzt werden und im Sommer somit bestimmt überfüllt sind.
Zum Flughafen braucht man ca. 45 Minuten, allerdings kann es durch den Shuttlebus auch mal bis zu 3 Stunden dauern.
Im Ort selbst fährt dreimal am Tag ein Bus, den wir allerdings nicht genutzt haben. Man kann auch das AquaTaxi (ein Boot) oder ein Taxi benutzen, um von A nach B zu kommen. Auf Dauer wird das natürlich kostspielig. Es fährt außerdem ein MiniTrain, mit dem man zu anderen Stränden oder einer Tropfsteinhöhle gelangen kann.
Mit dem Taxi zum Hippiemarkt in Es Canar bezahlt man pro Weg ca. 30 €.
Wir würden im Nachhinein jedem empfehlen ein Auto oder einen Motorroller zu mieten, da man sonst kaum aus dem verschlafenen Ort herauskommt, 30 km sind auf Ibiza nicht das, was sie in Deutschland sind, denn die Durchschnittgeschwindigkeit mit der man hier fahren darf beträgt 60 km/h.
Service
Je nachdem, mit welchem Anliegen man im Hotel ankommt, wird man sehr gut oder gar nicht betreut. Beschwerden werden nicht gerne gesehen, daher sind wir sehr froh, dass wir außer einem defekten Türschloss keine Mängel am Zimmer hatten.
Mit Englisch und Spanisch kommt man hier sehr weit, mit Deutsch klappt es an der Bar oder im Restaurant ganz gut (wobei man als Tourist hier auch mal versuchen sollte, sich ein paar Spanischkenntnisse anzueignen, da es positiver aufgenommen wird).
Die Zimmer werden jeden Tag nachmittags gereinigt, mal mehr, mal weniger.
Es gibt einen Spa, einen Arzt und verschiedene Animationsangebote. Allerdings sollte man hier sehr stark darauf achten, was man unternimmt. Das Meiste kostet extra (bei Massagen natürlich verständlich, doch für das Animationsprogramm bezahlen zu müssen ist schon lächerlich und für das was geboten wird unverschämt).
Die Reiseleiterin unseres Reiseveranstalters kam zum ersten Termin nicht und lies alle Gäste warten. Die Hotelrezeption wusste seit dem Morgen Bescheid und hat keinem etwas davon erzählt mit der Aussage, dass das ja "nur die Deutschen Gäste sind". Allgemein wurden Informationen nicht an die Hotelgäste weitergegeben. Von der Ersatzreiseleiterin erfuhren wir außerdem, dass der Hotelchef nicht einmal mit ihr sprechen würde.
Aus diesem Grund würden wir das Hotel eher nicht für Deutsche empfehlen, da man hier aufgrund seiner Herkunft aufs Übelste diskriminiert wird.
Gastronomie
Zum Frühstück gibt es Rührei, Spiegelei, Würste und Bohnen. Eben eher englisch. Allerdings bekommt man auch Marmelade, Schokocreme, Wurst, Käse, Obstsalat und eine Auswahl an Müsli.
Vor dem eigentlichen Mittagessen kann man an der Snackbar Burger, Pommes und Sandwiches essen.
Das Mittag- und Abendessen besteht aus einem Buffet. Das Essen ist ganz okay, es gibt jeden Tag eine große Auswahl an Gerichten: Fisch, Fleisch, Gemüse, Pizza und Nudeln (von der Tomatensoße sollte man die Finger lassen), eine große Salatbar, Suppe und viel Nachtisch. Nach einer Woche wird einem jedoch auch diese große Auswahl nicht mehr abwechslungsreich genug sein, da es eigentlich jeden Tag das Selbe gibt. Das Essen ist sehr fettig und man sollte beim Obst aufpassen, da es sehr oft schimmelt.
Im Restaurant sollte man lieber die Finger vom Eis lassen, da die Gefriertruhe nicht richtig funktioniert. An der Snackbar gibt es jedoch Eis von Nestlé aus einer funktionierenden Truhe.
Bei den Getränken ist große Vorsicht geboten! Die schmecken jeden Tag anders, das Seven up kann man komplett vergessen, denn es schmeckt nach Chlor (wie viele andere Getränke auch!). Ab und zu kann es sein, dass man auch Ameisen im Getränk hat.
Die Cocktails sollte man auch mit Vorsicht genießen, der Mojito schmeckt wirklich ekelhaft, der Caipirinha setzt dem noch eins obenauf.
Sport / Wellness
Das Animationsprogramm ist lächerlich. Wir wollten an einem Tag Dart spielen, heraus kam dabei ein einziges Spiel von nichteinmal einer halben Stunde. So laufen ungefähr alle kostenlosen Freizeitangebote ab.
Zusätzlich gibt es auch noch kostenpflichtige Angebote, die ein großer Witz sind. Wir wurden von einem Animateur angesprochen, der uns zu einer Mountainbiketour mitnehmen wollte. Daraufhin haben wir uns über die Strecke informiert, da unter uns Personen waren, die ängstlich sind und besonders mit Kies schon schlimme Erfahrungen gemacht haben. Uns wurde gesagt, dass die Strecke auch Omas fahren und nur ein kleines Bisschen Kies auf dem Weg liegen würde, die ganze Tour langsam abläuft und es kaum eine Steigung gibt. Also alles easy. Nachdem wir für die Fahrt zugesagt hatten, wurde uns erst mitgeteilt, dass der Spaß 10 € kosten würde. Die Tour selbst war der Horror: wir bekamen Klapperräder, bei einem brach die komplette Schaltung mit Kette während der Fahrt ab. Die Tour ging über unglaublich große Felsen und Schotter, der absolut nicht für ängstliche Personen und Anfänger geeignet war. Die Strecke ging beinahe ausschließlich bergauf und der Animateur achtete nicht sehr darauf, ob die Gruppe komplett war.
Die Shows am Abend wechseln wöchentlich wie auch täglich und sind abhängig vom Motto ganz unterhaltsam.
In diesem Hotel wird man ab 23 Uhr ins Bett geschickt, da die Lichter auf der Terrasse dann gelöscht werden und die Bar spätestens um 0:30 schließt. Der Pool wird übrigens schon um 19 Uhr geschlossen.
Der Strand des Hotels ist total Mini. Hier gibt es keinen Platz zum Liegen und viele Treppen führen ersteinmal dort hinunter. Die Strandbar hat täglich mit Glück eine halbe Stunde geöffnet. Das einzige Positive ist hier die Wasserqualität: glasklar und ein Schnorchelparadies! Allerdings beißen die Fische, wenn man zu lange auf einer Stelle steht.
Zimmer
Recht große Anlage mit altmodischen Zimmern. Bei Buchung sollte man auf ein Zimmer mit Balkon bestehen. Wenn man eines mit Terrasse erwischt, dann ist diese auch gleichzeitig der Zugang zum Zimmer. Man fühlt sich nicht sehr sicher. Verriegelt werden kann nur über einen spärlichen Türriegel. Abschließen ist zwar schon möglich, doch unser Schloss ging so schwerfällig, dass das im Notfall Selbstmord gewesen wäre. Die Zimmer sind sehr hellhörig, wenn sich die Nachbarn unterhalten denkt man, dass sie im Zimmer stehen. Es gibt einen Röhrenfernseher, der das Erste und Comedy Central/Viva empfängt.
Das Bett ist groß, allerdings merkt man jede einzelne Feder. Die Zimmer sind recht sauber und werden jeden Tag gereinigt. Ansonsten gibt es hier nicht viel zu sagen. Man hält sich hier jedoch auch nur zum Schlafen auf. Den Schrank haben wir nicht benutzt (allerdings muss man hier sagen, dass der Hozgeruch angenehmer war, als so mancher Schrankgeruch in einem deutschen Hotel).
Der Safe ist schon ziemlich verrostet, erfüllt jedoch seinen Zweck gegen eine Gebühr von 16 € die Woche.
Unser Bad war recht groß, wir hatten eine Badewanne. Die Zimmer mit Dusche scheinen wesentlich kleiner zu sein.
Preis Leistung / Fazit
Aufgrund der verschiedenen Rezensionen über dieses Hotel und der Empfehlung unserers Reisebüros, wollten wir uns eine eigene Meinung über dieses Hotel bilden. Anfangs dachten wir, dass die Deutschen ja sowieso dafür bekannt sind, dass sie immerzu nur nörgeln (viele suchen auch wirklich das Haar in der Suppe). Nach unserer Woche im Hotel sind wir nun jedoch auch zum Schluss gekommen, dass wir nicht noch einmal kommen werden. Unser Urlaub war ganz okay, jedoch nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Mit unserer Meinung stehen wir auch nicht alleine da, denn viele der anderen Gäste waren ebenfalls unzufrieden und froh, als sie wieder abreisen konnten.