Allgemein / Hotel
Eher einfaches, kleineres Hotel. Über mehrere Stockwerke verteilte Zimmer. Ein wenig verwinkelt, was aber nicht stört. Das Haus dürfte mit seinem Anbau schon einige Jahrzehnte alt sein, ist aber insgesamt im ordentlichen Zustand. Bei der Sauberkeit gibt es nichts zu meckern. Wir haben mit Halbpension gebucht. Die Taktfrequenz des hauseigenen Skibusses ist flexibel auf die Bedürfnisse des Touristen zugeschnitten. Das Hotel ist auf Familien mit Kindern eingestellt (wenn das Kind einmal seinen Essensteller samt Essen knapp neben die Tischplatte stellt, geht man dort locker mit der Situation um). Auch für Einzelreisende oder Paare ohne Kinder gut geeignet. Alle Altersgruppen sind anzutreffen. Für gehandicapte Leute weniger geeignet.
Lage
Die Gegend ist wunderschön. Toll auch, in dieses relativ schneesichere Gebiet von Bonn aus in sechseinhalb Stunden zu gelangen. Als Einkaufsmöglichkeit reicht der ADEG-Laden im Ort unten. Wenig Rumtata (sehr wohltuend). Naja, aber ein bisschen lästig ist die tägliche Fahrerei (ob mit oder ohne Skibus) zum Skigebiet schon.
Service
Insgesamt sorgen sich die Leute vom Hotel ganz gut um die Gäste. Sie kennen sich vor Ort gut aus und geben auf Nachfrage auch ganz brauchbare Tipps. Nett waren die Wirtsleut sicher. Nun ist es aber immer schwierig, Freundlichkeit fair und objektiv zu bewerten. Sagen wir so: ganz nett und man fühlt sich wohl, wir haben es aber auch schonmal freundlicher erlebt. Vielleicht liegt´s am Naturell (dem rheinischen oder/und dem vorarlbergischen).
Zimmerreinigung war einwandfrei, Grund zur Beschwerde hatten wir nicht. Shuttle s.o.
Gastronomie
Ein großer Gastraum steht für die Gäste zur Verfügung. Man nimmt als Kleinfamilie am Tisch einer anderen Familie Platz. Das quantitativ reichhaltige Essen ist differenziert zu betrachten: Frühstück ist sehr reichhaltig und vielseitig. Das Salatbuffet zum Abendessen ebenfalls prima. Das Hauptgericht: grauslig fing es an: mit einem fetten, schlecht riechenden Schweinerollbraten. Das Beste an diesem Essen war noch die Beilage: Sauerkraut. Wir ahnten schon Böses und malten uns aus, eher auswärts einzukehren.
Doch dann kam die Überraschung: die zeigten uns doch noch, dass sie kochen können. Von Tag zu Tag wurde das in mehreren Gängen mit teilweiser Wahlmöglichkeit servierte Essen erheblich besser und steigerte sich fast ins Formidable. *Bon* hätte Bocuse an den letzten zwei Tagen ausgesprochen.
Kinderportionen kann man bestellen. Kinderhochstuhl ist vorhanden. Eine Laternenwanderung mit Schnapsverkostung und Spielmöglichkeit für die Kleinen war ganz originell. Atmosphäre im Hotel ist ganz okay. Das Preis-Leistungs-Verhältnis war gut.
Sport / Wellness
Der Fitnesskeller mit seinen Gerätschaften hat schon bessere Tage erlebt. Sauna ist vorhanden. Ein kleiner Golfplatz in der Nähe (wohl eher was für den Sommer, wenn mann es haben muss).
Zimmer
Auf den relativ kleinen Zimmern hat das ein oder andere Möbelstück die ersten Härteprüfungen vorheriger Gäste hinter sich. Aber bei Bad und Sauberkeit ist alles bestens. Es gibt TV und Minibar, sowie einen Balkon. Nachts bemerkt man die Hellhörigkeit. Das ist aber für diese kleinen, familiären Hotels nichts ungewöhnliches. Rezept: einen hausgebrannten Marillenschnaps, dann legt sich die Hellhörigkeit.
Preis Leistung / Fazit
Das Beste für Familien mit kleineren Kindern: der Skikindergarten oben auf der Bergstation des Skigebietes Gapfohl. Die supersüße Erzieherin Bernadette kümmert sich liebevoll um die Kleinen. Empfehlenswert für die Kinder: ein Skikurs mit Skilehrerin Ingrid.
Es gibt im Winter auch geräumte Wanderwege und die Möglichkeit, über eine nur teilweise präparierte Skistrecke bis zum Bergfrieden zu fahren (Tipp: empfehlenswert nur mit Carvingskiern; ich kam mir als einziger Langskifahrer in einer Gruppe von Carvingfahrern ziemlich dämlich vor). Weiterer Tipp: Ski kann man prima in der kleinen Hütte bei Bernadette deponieren, wenn man nachmittags mit dem Schlitten die Rodelbahn talwärts fahren möchte.