Allgemein / Hotel
Der Club Aldiana Senegal liegt inmitten einer sehr schönen, mit Palmen und einheimischen Pflanzen bewachsenen Gartenanlage. Die Rundalows sind im afrikanischen Stil angelegt, ohne Fernseher oder Radio. Sauberkeit allgemein i. O. Der Müll wurde täglich mit einem Eselskarren abgeholt. Straßen zwischen den Rundalows wurden regelmäßig gefegt. Der Strand wurde gesäubert und die Liegen abends aufgeräumt. In den Ecken, die Gäste nicht sehen sollen, ist Vernachlässigung und Alter zu spüren. Hotel macht keinen guten Eindruck, möchte nicht wissen, wie die Zimmer dort aussehen. Hinter der Wäscherei oder der Küche nachlässiges Durcheinander. Der Zustand der Anlage läßt stellenweise sehr zu wünschen übrig, der Club ist mittlerweile schon ca. 30 Jahre alt und renovierungsbedürftig. Altersdurchschnitt der Gäste relativ hoch, viele 'Wiederholungstäter'. Ich hatte den Eindruck, daß einige der Gäste mehr Schein als Sein vorgaben. Manche benahmen sich so, wie sich ein wirklich Reicher nicht benehmen würde, auffallend gönnerhaft zu anderen Gästen oder Angestellten. Viele Belgier und Franzosen, Club wurde im Jahr 2005 für deutsche Gäste nur von November bis April angeboten. Wir hatten All-Inclusive gebucht, und waren sehr zufrieden.
Lage
Die Lage des Clubs ist einfach klasse, zum Strand nur ein paar Minuten zu laufen, der Strand war sauber, Strandliegen ausreichend vorhanden. Der Transfer vom Flughafen Dakar dauerte 1,5 Std., zurück über 2,5 Std. und ist eine Zumutung. Der Transfer erfolgte nachts, stellenweise sehr schlechte Straßen und fast kein Vorwärtskommen. Man weiß überhaupt nicht, wo man sich befindet. Die Lage des Clubs hat uns entschädigt. Externe Einkaufs- oder Unterhaltungsmöglichkeiten gibt es nicht, man kann zum Einkaufen mit dem Taxi in den Nachbarort auf den Markt fahren. Zustände in den Orten für Europäer sehr gewöhnungsbedürftig und befremdlich. Kaputte Häuser, das Leben spielt sich auf der Straße ab. Viel Vernachlässigung, kein Auto würde den deutschen TÜV überleben. Müllkippen mitten im Wohngebiet. Ziegen und Kinder, die im Müll spielen. Händler am Strand, die allem möglichen und unmöglichen Unsinn anbieten. Ausflüge können über den Club gebucht werden, stellenweise teuer. Keine aufdringlichen Einheimischen. Golfplatz und Reitstall in der Nähe.
Service
Freundlich u. hilfsbereit war das gesamte Servicepersonal, mit dem wir zu tun hatten. Das Reinigungspersonal sprach kein deutsch, meist französisch. Eine Putzfrau hat uns um Euro angebettelt, für ihre Kinder (unser Nachbar war Belgier mit Englisch-Kenntnissen, der hat übersetzt.) Die an strategisch wichtigen Punkten (z. B. Bar) Beschäftigten sprachen auch deutsch. Animation nicht aufdringlich, Animateure international (Deutsche, Senegalesen, Belgier), mehrsprachig. Das Personal im Hauptrestaurant wirkte manchmal gelangweilt. Ein- u. Abdecken der Tische wurde teilweise lässig gehandhabt. Wir gaben kein zusätzliches Trinkgeld, Nachteile dadurch waren nicht bemerkbar. Wir mußten mehrmals den Arzt aufsuchen, weil uns Moskitos so sehr die Füße zerstochen haben, daß mein Mann nicht mehr laufen konnte, u. ich im Winter in Badelatschen zurück nach Frankfurt geflogen bin, weil ich keine Schuhe mehr anziehen konnte. Alex - der Arzt - spricht deutsch, ist hilfsbereit u. hat auch benötigte Medikamente besorgt (Medikamente u. Behandlung für deutsche Verhältnisse spottbillig). Er war auch zu den angegebenen Sprechzeiten in seiner Sanitäts-Station anzutreffen. Beschwerden gab es nicht, aber gleich am ersten Tag ist mir die Brause der Dusche auf den Boden gefallen - natürlich abgerissen u. zerbrochen. Wir haben einen Zettel an die Tür gehängt, nach einer Stunde war ein Mitarbeiter da u. hat die Brause ausgewechselt. Check-In war OK, Check-Out katastrophal. Der fand in der Hotel-Lobby statt. Es dauerte Stunden, bis nur ein Mitarbeiter alle Abreisenden eingecheckt hatte. Man konnte sich anhand eines Planes vom Flugzeug den Platz aussuchen, Bordkarten, Kofferanhänger usw. wurden per Hand ausgefüllt. Handtuchwechsel - auch für Strandtücher - hat geklappt. Manche Strandtücher sahen etwas merkwürdig aus: verfärbt, ausgeblichen, dünne Stellen. Sauberkeit i.O. Empfang bei der Anreise ist gut gemacht: mit Fackeln u. Trommlern. Leider konnten wir das nicht genießen, weil uns der Transfer den Rest gegeben hatte. Koffer werden den Gästen nach Ankunft gebracht, was u. U. sehr lange dauern kann. Medikamente, Zahnbürste u. Pyjama besser im Handgepäck. Am Abreisetag stellt man die Koffer einfach an den Straßenrand, sie werden eingesammelt u. vor der Lobby eingeladen. Ich hatte Zweifel, ob ich mein Beauty-Case jemals wiedersehe, aber unser gesamtes Gepäck ist mit in Frankfurt gelandet! Es gibt einen Security-Dienst, die Jungs sitzen nachts überall in der Anlage u. laufen auch Streife.
Gastronomie
Es gibt ein Hauptrestaurant, ein Strandrestaurant, Langschläferfrühstück am Strand, man kann sich auch Frühstück auf die eigene Terrasse zum Rundalow servieren lassen. Das Strandrestaurant hat uns am besten gefallen, mittags wurde nach Wunsch gegrillt (z. B. Steak, deutsche Bratwurst!!, verschiedenen Fisch) und es gibt abwechslungsreiches Buffett, und das Schönste: man kann am Strand unter Palmen sitzen! Im Hauptrestaurant merkt man trotzdem, daß bei voller Belegung mehrere hundert Gäste im Club sind. Dementsprechend funktioniert die 'Fütterung'. Dafür kann man draußen sitzen, besonders am Abend angenehm. Das Konzept 'Urlaub unter Freunden' von Aldiana geht nicht immer auf. Wir haben trotzdem nette und interessante Menschen kennengelernt. Essen war abwechslungsreich, auch einheimische Gerichte, z. B. Marmelade, frisch gepreßte Säfte und Früchte aus dem Senegal. Von den Themenabenden hatte ich mir mehr erwartet. An einem Abend gab es ein mehrgängiges Menü, das serviert wurde. Leider war nicht ausreichend Platz für alle Gäste, denn das Essen fand rund um den Pool statt. Das Kuchen-Süßigkeiten-Nachspeisen-Eis-Früchte-Dessert-Buffet am Aldiana Schwarz-Weiß-Abend war der Hammer, ein ganzer Saal voll Essen (und das in Afrika, ich hatte fast - aber nur fast ein schlechtes Gewissen, als ich Dakar bei Tag gesehen habe .... ). Mitternachtssnack gab es in einer anderen Bar bei der Disco. Sauberkeit soweit ich das beurteilen kann war i. O. Viele Gerichte wurden frisch zubereitet.
Sport / Wellness
Sport und Unterhaltung - alles da, was Abwechslung bietet. Wassersport wird hier groß geschrieben. Nautik-Station war OK, es gibt Katamaran und Surfen, auch Kurse. War gut belegt, soweit ich das als Nicht-Wassersportler beurteilen kann , es wurde ständig gesegelt. Fitnessbereich hat Grundausstattung an Geräten. Kurse im Bogenschießen sind kostenfrei. Es gibt Bongo-Trommel-Kurse, Aerobic, Wassergymnastik. Pool haben wir nicht benutzt, wir sind ins Meer zu Baden. War im November im Atlantik noch möglich. Pool-Bar wurde von uns stark frequentiert. Duschen und Umkleidemöglichkeit am Strand. Strandliegen ausreichend vorhanden. Beach-Volleyball-Feld vorhanden. Männliches Personal für die Damen-WCs am Strand.
Zimmer
Rundalows haben ausreichende Größe. Wer verbringt seinen Urlaub schon im Zimmer? Wie schon erwähnt - Club ist ca. 30 Jahre alt, dementsprechender Zustand. Einfache Einrichtung. Im Bad teilweise Fliesen gesprungen, Duschvorhang sollte ausgetauscht werden, Schränke haben etwas gemüffelt. Safe war nicht zum Zuschließen zu bewegen. Keine Klimaanlage, dafür Deckenventilator. Wir hatten einen Gecko im Zimmer der sehr interessant war und nicht gestört hat, wir haben ihn da gelassen, er hat ein paar Moskitos weggefangen. Wechsel von Bettwäsche und Handtüchern regelmäßig. Kein Fernseher, kein Radio. Macht aber nichts. Kühlschrank vorhanden. Beleuchtung zu dunkel. Terrasse vor dem Rundalow. Wäscheleine vorhanden.
Preis Leistung / Fazit
Gesamteindruck - ein Paradies mit kleinen Fehlern. Die Lage, die Größe, der Garten, die Architektur der Rundalows, die Tiere in der Anlage (Affen, Webervögel, Geckos, Warane) sind sehr schön. Mit der Geräuschkulisse beim Aufwachen hat man sich richtig in Afrika gefühlt. Der Zustand läßt allerdings zu wünschen übrig, und es bedarf fast alles einer dringenden Renovierung. Als wir da waren, wurde in der Strandbar gestrichen, bei den Tennisplätzen gemauert . Es waren schon Bemühungen zu sehen, aber es sollten nicht nur Ecken sondern mal alles renoviert werden. Der Lack ist ab. Das Personal war freundlich und zuvorkommend - auch ohne Trinkgeld. Am Strand kann man wunderbar spazieren gehen. Wir waren im November da und konnten noch baden. Das Wetter war ein Traum, jeden Tag so 27° - 28° C, Luftfeuchtigkeit ist aber relativ hoch. Ausreichend Mückenschutzmittel mitnehmen, eine große Sprayflasche Autan war schon am dritten Tag verballert und hat nichts genutzt. Die senegalesischen Moskitos haben sich wahrscheinlich kaputt gelacht. Ich habe dann senegalesisches Mückenspray gekauft, und von unserem belgischen Nachbarn einen Mückenstick bekommen, der so sehr stinkt, daß die Moskitos bestimmt umfallen. Hat aber nichts mehr genutzt, wir waren schon zerstochen. Unbedingt Malariaprophylaxe machen, die Moskitos erwischen jeden! Vom Arzt habe ich Alkohol und einheimische Mückensalbe bekommen, das hat ganz gut geholfen. Sonnencreme mit hohem LSF mitnehmen, wir hatten LSF 30, haben uns viel im Schatten aufgehalten, mein Mann hat sich trotzdem das Gesicht und die Nase verbrannt und ich kam mir zuhause im deutschen Winter vor wie ein Solarium-Model. Der Transfer ist für hartgesottene, schon die Einreise am Flughafen dauert, die einheimischen Zollbeamten sind nicht die schnellsten, und die Klimaanlage in der Ankunftshalle war aus. Bei der Ausreise nie in eine Reihe stellen, in der andere Nationalitäten sind als deutsch! Dann dauert es noch länger, bis man sein Ausreisevisum hat. Bei der Rückreise das selbe Spiel. Dakar ist ein kleiner Flughafen, wo schon damals (Nov. 2005) Rauchverbot war. Die neuen Gäste wurden von Aldiana-Mitarbeitern empfangen, die damit überfordert waren, ein paar hundert Gäste abzufertigen. Den Zimmerschlüssel mit verschiedenen Unterlagen gab es in einem braunen Kuvert, ein Knäuel aufgeregter, genervter Urlauber in europäischer Winterkleidung mitsamt Gepäckwagen und Koffern hatte sich um die Aldiana-Mitarbeiter geschart. Jeder wollte sein Kuvert haben.